Ein Bekannter von mir überlegt umzuschulen, weil er den Verkaufsdruck in seiner Bankfiliale nicht mitmachen möchte.

Die empfohlenen Produkte sind nicht unbedingt optimal für seine Kunden und seinen Berichten zufolge ist er mehr mit dem aktiven Verkauf als mit der eigentlichen Beratung beschäftigt.

Ich und wahrscheinlich auch viele andere Anleger haben die gleiche Erfahrung mit Direktbanken gemacht. Mit Werbebriefen, die regelmäßig in den Briefkästen landen.

Hier ein Werbebrief, ich muss es sagen, mit einem komplett überflüssigen und überteuerten Produkt.

Anmerkung: Der Brief klingt so, als ob ich den Fonds bereits kennen würde und schon mal gekauft haben soll.

Dem ist nicht so. Ich kaufe keine Fonds.

Vielleicht ist es ja auch nur ein Datenbankfehler.

Auf jeden Fall ist der aktive Verkauf nicht nur auf klassische Banken beschränkt.

Doch sei es drum. Mein Bekannter hat Vorgaben, die es einzuhalten gilt.

Das Motto in seiner Filiale lautet aktuell: Wer schafft es, so viel wie möglich zinsloses Sparbuchguthaben zu schlachten und das Geld in „goldene Bankpapiere“ umzuschichten?

Goldene Bankpapiere = Umsatzbringer für die Bank (zulasten des Anlegers)

4 simple und gleichzeitig effektive Verkaufstricks begünstigen das Vorhaben

Die Authoritäten-Technik

Der Kunde hat keine Gelegenheit nachzufragen oder nachzuhaken: „Ich bin Banker. Ich bin Vermögensverwalter.“

„Ich bin!“

Die Völlig-klar-Technik

„Es gibt keine Zweifel, dass das Produkt für Sie lohnenswert ist. Sollten Sie jetzt noch Zweifel oder Fragen haben, erkennen Sie ihren Vorteil nicht.“

Der Mega-Fachmann

Spielt die beleidigte Leberwurst, falls der Kunde seine Sachkenntnis in Frage stellt.

Der Freund

Gegen 11:00 Uhr am Vormittag philosophiert der Banker mit Hundeliebhaberin Lieselotte im eleganten Büro mit herrlichem Blick auf den von frühlingsgrünen Bäumen umgebenen Marktplatz über die entzückenden Kunststücke ihres putzigen Vierbeiners … so geht das mehrere Wochen lang.

Jetzt übertreibt Der Moosmann aber!

Doch genau dieses Übertreiben in einer Reportage gesehen.

Wie eine ältere Dame gutgläubig mit solch einem „Freund“ mehrere tausend Euro in den Sand gesetzt hat.

Fazit

Die nette Bank, die das Beste für ihre Kunden möchte, die gibt es nicht.

Sollte die Bank nämlich wirklich das Beste für ihre Kunden wollen, wird es sie höchstwahrscheinlich früher oder später nicht mehr geben.