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7 Sätze, die ein seriöser Finanzberater nicht in den Mund nimmt

Wir reden viel, wenn der Tag lang ist – auch Finanzberater. Doch diese 7 Sätze formulieren seriöse Finanzberater nicht.

„Vertrauen Sie mir, die Investition in diese Aktie ist eine todsichere Sache“
Keine Investition ist eine todsichere Sache. Schon gar nicht am Finanzmarkt:

  • Etablierte Unternehmen können von jetzt auf gleich vom Markt verschwinden.
  • Niemand kann eine Naturkatastrophe vorhersagen, die einen Konzern in den Ruin treiben kann.
  • Eine neue Technologie kann einen Global Player komplett aus der Bahn werfen.

Es gibt keine todsicheren Tipps. Nicht von Professoren, Experten, Spezialisten. Nicht von seriösen und ebenso unseriösen Finanzberatern.

Mit diesem Satz will der Finanzberater verkaufen. Mit Referenzen wird das todsichere Investment bestärkt: „Sie hat bereits gekauft. Er hat auch schon zugeschlagen. Sie fahren verdammt gut damit.“

Fatalerweise führt die Gier ahnungsloser Kunden über kurz oder lang unweigerlich zu folgenschweren Vermögensverlusten.

Jeder Finanzberater, der im Beratungsgespräch den Begriff „todsicheres Investment“ gebraucht, entlarvt sich als unseriös oder steht in höchstem Maße unter Verkaufsdruck.

„Ihre jetzigen Policen sind alle Schrott. Die müssen wir sofort kündigen“
Hier wird der Versuch gestartet, bereits vorhandene Geldanlagen schlecht zu reden.

Es wird zu einer sofortigen Kündigung aufgefordert.

Des Öfteren wird dies empfohlen, um neue Verträge zu verkaufen und damit erneut eine Provision zu kassieren. Dazu den Kunden an sich zu binden.

Vor Kündigung einer Police bedarf es einer ordentlichen Analyse.
Möglicherweise lassen sich die vorhandenen Policen optimieren.

„Dieses Angebot halte ich in der Hintertasche stets nur für meine besten Kunden bereit“
Das ist nichts anderes als der Trick 17 eines unseriösen Finanzberaters.
Eines Hochdruck-Vertrieblers, der mit einem zügigen Abschluss das schnelle Geld machen will.

Mit diesem Satz suggeriert der unseriöse Finanzberater Exklusivität.
Zum großen Bedauern des Finanzberaters gibt es für solch eine Art von Exklusivität geradezu keine Begründung.

Zumal: Wie kommt es, dass ausschließlich nur „die besten Kunden“ ein Anrecht auf dieses exklusive Angebot haben?

Hier wird der Versuch gestartet, ihnen Honig ums Maul zu schmieren. Und das ohne zu kleckern und unschöne Flecken auf dem Teppich- oder Parkettboden zu hinterlassen.

Nach diesem Satz ist das Vertrauen dahin. Pfutsch!

„Dieses Angebot ist begrenzt“
Im Marketing bezeichnet man solch eine Aussage auch als Verknappung.

Ein Produkt wird künstlich „knapp gehalten“, damit der Kunde schneller kauft.
Oder am besten sofort zuschlägt.

Eile ist bei Geldangelegenheiten nicht angebracht.
Es ist ja schließlich ihr Geld.
Sie wollem das Beste aus ihren hartverdienten und hartersparten Scheinen und Münzen machen.

Geldanlagen laufen nicht weg.
Es gibt sie wie Sand am Meer.

„Die Kosten sind nebensächlich, Hauptsache die Rendite stimmt“
Der Finanzberater, der diesen Satz von sich gibt, gehört vor die Tür gesetzt. Aber zack-zack!

Nur in der Theorie – also auf dem Papier – können die Kosten nebensächlich sein.

In der Praxis kenne ich genügend Beispiele, wo über 10 Jahre in einen Investmentfonds eingezahlt wurde. Am Ende kam genauso viel raus, wie man eingezahlt hat.

Wo ist der Sinn einer solchen Geldanlage?
Es gibt keinen Sinn, zumindest nicht für den Kunden.

Warum?
Weil die Rendite des Kunden von den Kosten aufgefressen ist.

Und wo sind die Kosten jetzt?
Die Kosten sind bei der Bank, bei der Versicherung, beim Finanzberater. Bei den Aktionären der Gesellschaften.

Die Kosten sind überall verstreut, nur nicht beim Kunden angekommen.

ALLE Geldanlagen sind davon betroffen: Investmentfonds, Lebens- und Rentenversicherungen, Riester und Rürupp etc. etc.

Diese pauschale Aussage ist eine absolute Frechheit.
Sie müssen sich über die Kosten im Klaren sein!

Es ist von absoluter Wichtigkeit, dass die Geldanlage nach Jahren und Jahrzehnten des Sparens und des Verzichts erfolgreich ist.

Erfolgreich ist: Für das Später.
Weil dieses Später unweigerlich kommt.

Das geht nicht mit Wucherpreisen!
Wie übrigens im wahren Leben auch.

Wer sich über die Kosten nicht informiert, wer sich von der erwarteten Rendite blenden lässt, bleibt zu 90 Prozent auf der Strecke.

Ein Ausweg

Es ist nicht schön über die Beratungskosten zu reden.
Hier geht es bekanntlich um des Finanzberaters Broterwerb.
Über den eigenen Verdienst spricht man einfach nicht gerne.

Und außerdem: Wer möchte schon wissen, wieviel der Vertrag genau kosten wird und wieviele Jahre ich die Provision dafür abstottern muss?

Und doch muss es bei Finanzgeschichten sein.
Am besten immer vor Vertragsabschluss.

Machen Sie sich mit den Basics vertraut. Sie müssen nicht alles wissen. Gerade soviel, damit Sie mitreden können und das Wichtigste verstehen.

„Zweifellos bin ich ein unabhängiger Finanzberater“
Erste Frage, die sich nach diesem Satz stellt: Was bedeutet Finanzberater?
Zweite Frage, die sich nach diesem Satz stellt: Was genau bedeutet Unabhängigkeit?
Dritte Frage, die sich nach diesem Satz stellt: Wo finde ich einen unabhängigen Finanzberater?

Was bedeutet Finanzberater?

Der Begriff des Finanzberaters ist gesetzlich nicht geschützt.

Theoretisch kann sich jeder einen schwarzen Anzug und nette Lackschuhe überziehen, die Haare über die Stirn glätten und ab sofort „Finanzberater“ nennen.

Was genau bedeutet Unabhängigkeit?

Im Idealfall lassen sich Finanzberater nur von ihren Kunden bezahlen. Sie verzichten auf Provisionen.

So können sie ausschließlich im Interesse des Kunden beraten. Sie sind nicht an die Produkte eines oder mehrerer Emittenten gebunden.

Der Emittent kann eine Bank, eine Bausparkasse, eine Versicherungsgesellschaft oder eine Vermögensberatung sein.

Ganz genau heißt das:

  • Der Finanzberater verkauft nicht nur die Fonds seiner Bank.
  • Der Finanzberater verkauft nicht nur die Policen seiner Versicherungsgesellschaft.

Der Finanzberater arbeitet lediglich gegen Honorar.
Er verdient nicht an der Provision.
Er verdient auch nicht an den Abschlussgebühren.
Er stellt lediglich eine Rechnung für die Erstberatung und Folgeberatungen aus.

Einen solchen Finanzberater nennt man dann Honorarberater.

Mit Honorarberatung wird eine Beratung in Finanz- und Vermögensfragen bezeichnet, bei welcher der Berater keine Provisionen der Produkteanbieter erhält, sondern stattdessen ein Honorar vom Beratungsempfänger (Kunden).

Eine Honorarberatung zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Der Grundsatz der Unabhängigkeit des Beraters (gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßigen Finanzberatung) wird in der Weise erfüllt, dass die Leistungserstellung nicht durch Eigeninteressen oder Interessen Dritter beeinträchtigt wird.
  • Die Leistungen des Beraters beziehungsweise des Beratungsunternehmens werden ausschließlich durch ein – vorab vereinbartes – Honorar vergütet, das der Kunde an den Berater beziehungsweise das Beratungsunternehmen zahlt.
  • Leistungen Dritter, zum Beispiel Provisionen, sind nicht Teil der Vergütung des Beraters beziehungsweise des Beratungsunternehmens für die Leistungen für seinen Kunden. Solche Leistungen Dritter werden – kommen sie in den Einflussbereich des Beraters oder Beratungsunternehmen – dem Kunden der Art und Höhe nach ausgewiesen und in geeigneter Weise rückvergütet.
  • Die Art und Höhe der Honorar erfüllt das Prinzip der Neutralität der Entlohnungshöhe vom Beratungsergebnis.
  • Der Begriff Honorarberatung wurde seinen eigenen Angaben zufolge erstmals in dieser Form von Jörg Richter im Buch Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzberatung definiert.

Wo finde ich einen unabhängigen Finanzberater?

Verbände können helfen, unabhängige Finanzberater zu finden:

„Die Holding ist mit System Renten-Garantie-Versichert und überzeugt mit vertretbaren Ertragsmargen“

Ein seriöser Finanzberater macht vor allem eins: Er redet Klartext.

Er spricht kein Fachchinesisch.
Er kopiert kein elitäres Geschwätz.
Er hat es nicht nötig mit Fachbegriffen um sich zu werfen, die er nicht erklären kann.
Er muss seine womöglich eklatanten Wissenslücken nicht hinter Fachausdrücken verstecken.

Fazit

Das Ziel eines Finanzberaters ist (fast) ausschließlich der Abschluss, was nicht abwertend ist, solange das Produkt passt.

Unseriöse Finanzberater arbeiten mit einer Vielzahl psychologischer Tricks, um ein Produkt, ganz gleich ob es zu meinen Bedürfnissen passt oder nicht, rasch an den Mann zu bringen.

Lassen Sie sich nicht blenden.

Hacken Sie besser zwei Mal nach: Besser 10-mal vermessen und ein Mal sägen, als ein Mal sägen und 10-mal vermessen.

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Finanzblogger, Finanzbuchautor, Privatanleger, Renditejäger, Aktienkäufer, ETF-Anleger, Rentensparer, Kostendrücker, Budgetmaximierer, Dividendensammler.

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