Sildenafil ist ein Arzneistoff aus einer Gruppe gefäßerweiternder Substanzen.

Besser bekannt ist dieser Wirkstoff in Form einer Pille namens Viagra, welche 1998 von dem US-amerikanischen Unternehmen Pfizer am Markt eingeführt wurde.

In den USA ist damals eine beispiellose Manie um Viagra ausgebrochen.

Auch in Deutschland war bereits vor der Zulassung durch die Berliner Aufsichtsbehörde eine mediale Welle ausgebrochen.

Die unscheinbare verschreibungspflichtige blaue Pille war ein beherrschendes Thema in den Nachrichten.

Kaum fand das Lifestyle-Medikament Viagra den Weg in die Schlafzimmer der Verbraucher, verzeichnete die Aktie des Pharmariesen Pfizer einen plötzlichen Anstieg.

Der „Lümmel-Aufrichter“ befriedigte scheinbar sowohl die Konsumenten als auch die Aktionäre.

Obwohl Pfizer bereits 1849 gegründet wurde, war der Konzern in der öffentlichen Wahrnehmung bis zu dieser „Zauberstab-Revolution“ gänzlich unbekannt.

Die meisten von uns hatten die Pharma Aktie nicht im Depot.

Ich kann ihnen etliche Gründe nennen, die für ein Investment in einzelne Pharma Aktien sprechen

Ein Grund ist, Benjamin Franklin hat es treffend in einem Zitat formuliert: „Nichts in dieser Welt ist sicher, außer dem Tod (und den Steuern)“.

Vor dem Tod müssen wir nicht nur reichlich Steuern zahlen, auch reichlich weitere Hürden überwinden.

Ich meine hier nicht die beruflichen Herausforderungen, wie eine Kündigung. Oder eine private Ehekrise.

Nein, es sind Krankheiten – kleine und große Wehwehchen.

Im 14. Jahrhundert war es die Pest, die letztendlich zum schwarzen Tod führte.

Heute haben wir Fieber, Pickel, Karies, Grippe, Durchfall, Husten, Schnupfen und Syphilis.

Bakterien, Parasiten und Viren begleiten uns das ganze Leben.

Am Ende wollen wir doch nur eins – den Tod soweit wie möglich hinausschieben.

Gesundheit kostet Medikamente, Instrumente und Know-how.

Für Gesundheit bezahlen wir nur zu gerne eine Menge Geld an die Pharmaindustrie, solange sie uns vor dem Sensenmann bewahrt.

Ich kann ihnen jedoch auch etliche Gründe nennen, warum ein Investment in einzelne Pharma Aktien Anlegern Bauchschmerzen bereitet

Neue Medikamente brauchen Jahrzehnte und kosten hunderte von Millionen Euro, bis sie marktreif sind.

Eine hundertprozentige Garantie, dass der neue Wirkstoff oder das neue Verfahren entsprechend wirken, gibt es nicht.

Im Extremfall waren all die Investitionen umsonst. Patente verfallen. Zulassungen müssen erneuert werden.

Eine Garantie für die nächste Antibaby- oder eine neue Phallus-Revolution kann kein Pharmakonzern geben.

Die größten Pharmakonzerne der Welt

Bayer (Deutschland)

Arzneimittel, Kunststoffe, Pflanzenschutzmittel.

ISIN: DE000BAY0017

WKN: BAY001

GlaxoSmithKline (Großbritannien)

Arzneimittel auf vielen wichtigen Therapiegebieten.

ISIN: GB0009252882

WKN: 940561

AstraZeneca (Großbritannien)

Entwicklung und Produktion verschreibungspflichtiger Medikamente.

ISIN: GB0009895292

WKN: 886455

Sanofi (Frankreich)

Onkologie, Herz-Kreislauf und Zentrales Nervensystem.

ISIN: FR0000120578

WKN: 920657

Johnson & Johnson (USA)

Hersteller und Anbieter von Health-Care-Produkten.

ISIN: US4781601046

WKN: 853260

Novartis (Schweiz)

Produkte zur Krankheitsbehandlung und Prophylaxe.

ISIN: CH0012005267

WKN: 904278

Merck & Co. (USA)

Medikamente, Impfstoffe und biologische Therapeutika.

ISIN: US58933Y1055

WKN: A0YD8Q

Roche (Schweiz)

Erforschung und Entwicklung neuartiger Gesundheitslösungen.

ISIN: CH0012032113

WKN: 851311

Pfizer (USA)

Arzneimittel auf vielen wichtigen Therapiegebieten.

ISIN: US7170811035

WKN: 852009

Pharma ETFs als sinnvolle Ergänzung im ETF-Depot

  • Pharma ETFs mindern das Risiko eines Einzelinvestments.
  • Pharma ETFs bilden die Kursentwicklung eines „Pharma-Index“ möglichst genau ab.
  • Pharma ETFs enthalten mehrere Pharma Aktien, die im jeweiligen Index vertreten sind und werden je nach Index jährlich oder mehrmals im Jahr prozentual innerhalb eines ETFs neu gewichtet, was gegenüber einzelnen Investments Zeit und Kosten spart.
  • Pharma ETFs können eine sinnvolle Ergänzung (Diversifikation) für das ETF-Depot sein.

Insgesamt sind ETFs:

  • liquide Anlagen und eignen sich für Anleger, die die langfristige durchschnittliche Entwicklung eines Index mitnehmen möchten,
  • ohne die Kosten mehrerer Einzelinvestments zu haben,
  • dazu das Risiko eines Einzelinvestments einschränken möchten.

Zwei Pharma ETFs

iShares STOXX Europe 600 Health Care UCITS ETF (DE)

ISIN: DE000A0Q4R36

WKN: A0Q4R3

Vergleichsindex: STXE 600 Health Care Index (Return) (EUR)

Abbildungsart: replizierend

TER (Gesamtkostenquote): 0,46 %

Art: Ausschüttung bis zu vier Mal jährlich

Währung: Euro

Wertpapiersparplanfähig: Ja, bei vielen Direktbanken.

Strategie: Der iShares STOXX Europe 600 Health Care (DE) ist ein börsengehandelter Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF), der möglichst genau die Wertentwicklung vom STOXX Europe 600 Health Care Index abbildet. Der ETF investiert direkt in die im Index enthaltenen Wertpapiere. Der Index bietet Zugang zum europäischen Gesundheitssektor.

Details: https://www.ishares.com/de/individual/de/produkte/251946/

ISHARES HEALTHCARE INNOVATION UCITS ETF - USD ACC

ISIN: IE00BYZK4776

WKN: A2ANH2

Vergleichsindex: MSCI World

Abbildungsart: replizierend

TER (Gesamtkostenquote): 0,40 %

Art: Thesaurierend

Währung: US DOLLAR

Wertpapiersparplanfähig: Ja, bei vielen Direktbanken.

Strategie: Der Fonds strebt die Nachbildung der Performance eines Indizes an, der sich aus Unternehmen der Industrie- und Schwellenländer zusammensetzt, die erhebliche Einkommen aus spezifischen Sektoren generieren, die auf die Erweiterung des aktuellen Stands der medizinischen Behandlung und Technik fokussiert sind.

Details: https://www.blackrock.com/de/privatanleger/produkt/284216/

Fazit

Bei der langfristigen Geldanlage am Kapitalmarkt gibt es ein paar Grundzutaten auf die es wirklich ankommt:

  • Kosten,
  • Langfristigkeit,
  • Diversifikation.

Die Langfristigkeit sollten Sie aushalten können.

Um die Kosten müssen Sie sich besonders kümmern.

Der Diversifikation im Portfolio sollten Pharmatitel nicht schaden.